Besteuerung einer Abfindung durch die Fünftelregelung

Fünftelregelung

Vorteilhafte Besteuerung einer Abfindung durch die Fünftelregelung

Bezieht ein angestellter Beschäftigter eine Entlassungsentschädigung für eine jahrelange Tätigkeit im Unternehmen, kann diese Abfindungszahlung bei der Versteuerung begünstigt werden, durch die Nutzung der Fünftelregelung
 

Bedingungen der Fünftelregelung

Wichtig: Bevor ein Beschäftigter die steuerlich sehr attraktiven Vorzüge der Fünftelregelung für sich nutzen darf, müssen zwingend die folgenden Bedingungen eingehalten werden: Die Beendigung des aktuellen Beschäftigungsvertrages muss vom Arbeitgeber aus entschieden worden sein. Als Basis und Beweis dafür gilt eine schriftlich ausgesprochene Kündigung, eine entsprechende Änderungskündigung, ein bereits geschlossener Sozialplan, ein Aufhebungsvertrag oder ein amtliches Urteil. Die Abfindung muss in einem Steuerjahr gezahlt werden. Wenn dem Arbeitnehmer die Abfindung verteilt über einen gewissen Zeitraum zufließt, ist es erforderlich alle Zahlungen im gleichen Steuerjahr erfolgen. Ausnahme Die Fünftelregelung nach § 34 Einkommensteuergesetz kann nur anerkannt werden, wenn sie innerhalb des Veranlagungszeitraums (ein Kalenderjahr) geballt gezahlt wird. Man spricht hier von der Zusammenballung der Einkünfte. Im Zweifelsfall muss vom Arbeitnehmer gegenüber den Finanzbehörden glaubhaft belegt werden, dass es sich um die Vergütung für den Verlust eines Arbeitsplatzes handelt und um die daraus entstandenen Rechte. Es darf nicht im voraus, innerhalb des Arbeitsvertrags, die Zahlung einer Abfindung vereinbart worden sein (FG München v. 16. 9. 1999 – EFG 2000 S. 67). In den Jahren nach der Entlassung dürfen an den ehemaligen Mitarbeiter keine weiteren Leistungen des Unternehmens mehr erfolgen. Extrem beschränkte Ausnahmen bilden u.U. die übergangsweise, kurzfristige Weiternutzung einer Werkswohnung oder eines Fahrzeugs des Unternehmens.

 

Fünftelregelung im Kontext mit Sozialplan

Die Nutzung der Fünftelregelung ist auch möglich, für den Fall, dass die Abfindung im Rahmen einer Betriebsvereinbarung oder einem Sozialplan, nicht im Jahr, in dem die Kündigung ausgesprochen wurde, sondern im darauf folgenden Jahr ausbezahlt wird, falls dieses steuerlich vorteilhafter sein könnte. Gerade zu diesem Thema waren in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von gerichtlichen Auseinandersetzungen anhängig, weil die Finanzbehörden diese temporäre Verschiebung des Termins der Auszahlung, aus rein steuerlichen Erwägungen, oft nicht anerkannt haben. Jedoch ein Grundsatzurteil des Bundesfinanzhofs aus dem Jahr 2009 hat hier eine klare Regelung zum Vorteil der betroffenen Arbeitnehmer gefällt. Anmerkung: gerade bei hohen Abfindungszahlungen (ab ca. 100.000 Euro) kann das Zusammenwirken der Auszahlung imKündigungsjahr mit einer Optimierung zu erheblichen steuerlichen Vorteilen für den Betroffenen führen. Diese Tatsache bedeutet im Einzelnen, dass in gewissen Fällen eine (zeitliche) Verlegung des Auszahlungszeitpunkts in das Folgejahr weder notwendig noch (finanziell) sinnvoll ist.

Berechnung der Steuern im Zusammenhang mit der Fünftelregelung

Hier kommt eine kurze Beschreibung, wie die spezielle Tarifermäßigung der Fünftelregelung berechnet werden kann. Zuerst wird die Einkommensteuer auf das Gehalt zuzüglich Einkommensersatzleistungen ohne die außerordentlichen Einkünfte errechnet. Der Betrag der Abfindung im Sinne von § 34 EStG wird im steuerlichen Bereich als "außerordentliche Einkunft" benannt. Dieser Betrag der Abfindung wird in einer separaten Rechnung auf fünf Jahre verteilt. Innerhalb der zweiten Berechnung wird die Besteuerung auf das Einkommen plus den fünften Teil der Abfindung gerechnet und in einem weiteren Schritt die steuerliche Differenz zwischen a) normalem Einkommen ohne Abfindung und b) das Einkommen mit einem Fünftel der Abfindung gerechnet. Bedingt durch das Zuflussprinzip muss die Abfindung im Jahr der Auszahlung versteuert werden, wird der obige Steuer-Differenzwert dann mit Fünf multipliziert. Der Endbetrag ist dann der Steuerbetrag der auf die Abfindung mit Fünftelregelung gezahlt werden muss bzw. entstandene Differenzen nachgezahlt werden müssen. Gerade weil der Berechnungsvorgang für manche nicht immer ganz einfach augenfällig ist oder knifflig darstellt. Um Ihnen genau dabei eine praktische Hilfe anbieten zu können, wurde dieses leicht verständliche Berechnungsprogramm für Abfindungen für Sie programmiert. Beispielrechnung für die Fünftelregelung